Streichinstrumente

> Violine

Die Violine gehört zur Familie der Streichinstrumente. In dieser Familie ist sie das kleinste aber auch höchste Instrument. Violinen oder auch Geigen kennt man schon seit dem Mittelalter. 

Streichinstrument nennt man die Violine, da man mit einem Bogen über die Saiten streicht, die dadurch in Schwingungen versetzt werden. Der Bogen ist bezogen mit echten Pferdehaaren, die mit ihren mikroskopisch kleinen Widerhaken die Saite zum Schwingen bringen. Bis ins 19. Jahrhundert wurden die Saiten aus echten Tierdärmen gesponnen. Heute stellt man sie aus Metall her. 

Violinen gibt es in verschiedenen Größen, je nach Körpergröße. Eine normale Violine ist eine „ganze“ Violine. Die kleineren Varianten werden dann wie ein Kuchen geteilt 1/2 Violine, 1/4 Violine,1/8 Violine bis hin zu 1/16 Violine. Man kann also schon als sehr kleiner Mensch damit beginnen. 

Violinen kann man ganz kostengünstig leihen, man kann aber auch ein Vermögen ausgeben. Eine 350 Jahre alte Violine von Antonio Stradivari kostet gut und gerne 3 Millionen Euro. Die Geige ist ein fester Bestandteil des Symphonieorchesters und ein wunderbares Melodieinstrument, das auch in Rock Pop und Jazz zu finden ist.

> Viola

Auch die Viola gehört zur Familie der Streichinstrumente. Sie ist die große Schwester der Violine und nicht nur etwas größer, sondern kann auch tiefer spielen. Ansonsten funktioniert sie wie eine Geige. Man nennt sie auch Bratsche. 

Eigentlich beginnen alle Bratscher mit Geige und steigen dann um. Über Bratscher erzählt man sich unglaublich viele Witze. Die Bratscher sind quasi die Ostfriesen des Orchesters. Manche behaupten aber auch, die Bratschenwitze seien nur von neidischen Geigern erfunden worden. Nichts desto trotz. Die Bratsche ist ein tolles Instrument.

> Violoncello

Das Violoncello gehört ebenfalls zur Familie der Streichinstrumente. Umgangssprachlich sagt man auch „Cello“. Im Plural dann Violoncelli oder Celli. Das Cello wird auch mit einem Bogen gespielt und hat die gleichen Saiten wie die Bratsche, nur eine Oktave tiefer. 

Schon im 16. Jahrhundert hatte man Bassinstrumente, die man im Sitzen spielte und sich zwischen die Beine klemmte. Das war die Violone und Vorgänger des Cellos. Das heutige Cello wird auch im Sitzen gespielt, doch wird das Cello nicht mehr mit den Knien in der Luft gehalten. Man stellt es auf einem Stachel ab. Der Stachel ist tatsächlich spitz, damit das Cello nicht wegrutscht, aber es besteht keine Gefahr. Gerade bei Anfängern kann man einen Gummischutz auf den Stachel machen, das schützt Spieler*in und Parkettboden. 

Celli gibt es, wie die Geigen, in allen Größen, sodass man schon mit 5 Jahren mit Cello beginnen kann. Das Cello ist ebenfalls fester Bestandteil des Orchesters und kann mit seinen fast 5 Oktaven Tonumfang sowohl tiefe Basslinien spielen, als auch hohe Kantilenen.

> Kontrabass

Auch der Kontrabass gehört zur Familie der Streichinstrumente. Er ist das tiefste Instrument der Streicherfamilie und im Orchester überhaupt. Schon in der Barockzeit war der Kontrabass nicht mehr wegzudenken, wenn er auch noch ein wenig anders aussah. Aus dieser Zeit kommt es auch, dass der Bass nicht in Quinten, wie die anderen Streichinstrumente sondern in Quarten gestimmt wird, wie die Gitarre. Es gab sogar eine Zeit, da hatte der Kontrabass Bünde wie eine Gitarre. 

Heute gibt es keine Bünde mehr, dafür aber manchmal eine 5. Saite. Damit kann ein Kontrabass so tief spielen, dass man die Schwingung der Saite sehen kann. Das tiefe H schwingt ungefähr 30 Mal pro Sekunde. Beim höchsten Ton der Geige schwingt die Saite rund 2.600 Mal. Es gibt Kontrabässe in allen Größen, also auch für Kleine. Alle Saiteninstrumente kann man auch ohne Bogen spielen und statt dessen die Saiten mit den Fingern zupfen. Das nennt sich Pizzicato und ist beim Kontrabass besonders beliebt.

 Der Kontrabass darf in keiner Musik fehlen. Weder im Orchester, noch in der Big Band. Auch in Rock- und Popmusik spielt immer ein Kontrabass mit. Allerdings elektronisch verstärkt und in Gitarrenform. Da hat er dann wieder Bünde und nennt sich E-Bass.

Unsere Lehrkräfte für Streichinstrumente

Ana-Maria Falan

Instrument: Violine, Viola

Kommt aus: Rumänien

An der MuK: Seit Oktober 2006

Weg zur Musikschule Freudenstadt: In 2000, habe ich mein akademisches Studium an der Musikhochschule Trossingen aufgenommen und mit den Abschlüssen Diplom-Musiklehrerin, Master in Orchesterstudien und Master in Kammermusik abgeschlossen.

Während meiner Orchestertätigkeit kam ich im Jahr 2006 an die Musik- und Kunstschule Freudenstadt als Lehrkraft für Violine und Viola.

So kam ich zu meinem Instrument: Geschenk vom Weihnachtsmann 🙂

Mein erstes / prägendstes musikalisches Erlebnis: Prüfung am Musikgymnasium in Bukarest

Weitere musikalische Interessen: Cello spielen, Kammermusik spielen

Leidenschaft neben der Musik: Lesen und reisen

Größtes musikalisches Vorbild: Itzhak Perlman

Mit diesem Stück fühle ich mich am meisten verbunden: Frühlingssonate, L. v. Beethoven

Diese Noten liegen derzeit auf meinem Notenständer zuhause: Kreutzer Sonata, L. v. Beethoven.

Eine lustige Anekdote aus dem Berufsalltag: “Frau Falan, ich habe aus Versehen vergessen zu üben” 🙂

Mit diesem Ort fühle ich mich verbunden: Caesarea – Israel

Dieses Zitat ist mir wichtig: “Das Leben ist wie ein Fahrrad. Man muss sich vorwärts bewegen, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren.” – Albert Einstein

Susanne Kiss

Instrument: Violine, Viola

Kommt aus: Debrecen in Ungarn

An der MuK: Seit Herbst 2019

Weg zur Musikschule Freudenstadt:
– Abschluss Musikhochschule Debrecen
– Tätigkeit als Lehrkraft in Budapest
– Geigerin im Orchester Theater Pforzeheim
– freiberufliche Tätigkeit als Geigenlehrerin

So kam ich zu meinem Instrument: Als Kind habe ich immer gerne Musik gehört und die Geige hat mir am besten gefallen.

Mein erstes / prägendstes musikalisches Erlebnis: Das Konzert des Festivalorchesters unter Iván Fischer in 1989

Weitere musikalische Interessen: Kammermusik, Orchester, ich spiele auch gerne Duette mit meinen Töchtern

Leidenschaft neben der Musik: Backen, Kochen und Gärtnern

Größtes musikalisches Vorbild: Béla Bartok und Zoltan Kodály, weil sie auf die Wichtigkeit von Volksmusik und musikalischer Erziehung in der Kindheit aufmerksam gemacht und die “Chorkultur” angefangen / gefördert haben.

Mit diesem Stück fühle ich mich am meisten verbunden: Bartoks Concerto für Orchester und drittes Klavierkonzert, weil er in diesen Werken Themen aus der Volksmusik in seinem eigenen modernen Stil aufarbeitet.

Zuhause hört mir beim Üben zu: Meine jüngste Tochter Anna oder unsere Katze Mogli

Das fasziniert mich an meinem Beruf: Die Vielseitigkeit, Menschen die Freude an Musik näher zu bringen, unabhängig von Alter und Erfahrungen mit dem Instrument

Mit diesem Ort fühle ich mich verbunden: Mit meinem Garten

Dieses Zitat ist mir wichtig: “Musik kann nicht in Worten ausgedrückt werden. Die Musik ist schlussendlich Musik, und wenn man sie in Worten ausdrücken könnte, müsste man nicht komponieren.” – Pierre Boulez

Katharina Pschorr

Instrument: Violine

Kommt aus: Heubach (Ostalbkreis)

An der MuK: Seit 2020

Weg zur Musikschule Freudenstadt: Studium der Schulmusik in München, Violine in Hannover und Kulturmanagement in Kaiserslautern. Unterricht als Privatlehrerin, Honorarlehrerin, in Festanstellung, als Fachbereichsleiterin in Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen-Anhalt und Sachsen.

So kam ich zu meinem Instrument: Meine Eltern sagten, die Harfe wäre zu groß für unser Auto und dann musste es für mich unbedingt ein kleineres Instrument mit Saiten sein.

Mein erstes /  prägendstes musikalisches Erlebnis: Als mein Vater mich als kleines Kind für eine Vorstellung von “My Fair Lady” mit in den Orchestergraben nahm.

Größtes musikalisches Vorbild: Richard Strauss

Diese Noten liegen derzeit auf meinem Notenständer zuhause: I don´t feel hate, Grieg Sonate, Bach Sonaten und Partiten

Zuhause hört mir beim Üben zu: Meine Bananenpflanze

Das fasziniert mich an meinem Beruf: Jedes Musikstück und jede Unterrichtsstunde ist anders. Es wird nie langweilig und es ist wunderschön Kinder über lange Zeit in ihrer Entwicklung zu begleiten.

Das mag ich an meinem Instrument: Man kann es mit ein bisschen Übung auch im Liegen spielen.

Mit diesem Ort fühle ich mich verbunden: Kloster Neustift (dort habe ich im Sommer als Kind und Betreuerin tolle Musikfreizeiten erlebt), Schloss Kapfenburg (dort haben sich viele Freundschaften beim Musizieren entwickelt)

Dieses Zitat ist mir wichtig: “Das größte Verbrechen eines Musikers ist es, Noten zu spielen, statt Musik zu machen.” – Isaac Stern

Dominika Richter 4
Dominika Richter

Instrument: Violoncello

Kommt aus: Ungarn, seit 2010 aus Oberndorf am Neckar 🙂

An der MuK: Seit 2011

Weg zur Musikschule Freudenstadt: 2004 bis 2010 Cello-Lehrerin an verschiedenen Musikschulen in Ungarn.

2010 Umzug nach Deutschland, Cello-Lehrerin an der Musikschule Karg-Elert in Oberndorf am Neckar.

Seit Mai 2011 Lehrkraft für Cello an der Musik- und Kunstschule Region Freudenstadt.

Seit 2012 Chorleiterin des MGV Holzhausen und des Katholischen Kirchenchors in Oberndorf am Neckar.

So kam ich zu meinem Instrument: Als ich ca. 4 Jahre alt war, hat meine Mutter im Radio eine Sendung gehört, in der ein Cellist den Schwan von C. Saint-Saens gespielt hat. Ich habe sofort alles liegen lassen und wollte nur die wunderschöne Musik hören. Danach wollte ich alles wissen: was war dieses Instrument, was war das für ein Lied usw. Später hat mich mein Papa auf ein Konzert mitgenommen, wo ein Orchester gespielt hat. Er hat auf die Celli gezeigt: siehst du, das ist das Cello, das wird dein Instrument. So hat alles angefangen.

Größtes musikalisches Vorbild: Pablo Casals

Diese Noten liegen derzeit auf meinem Notenständer zuhause: Aus den Cello Suiten von J.S. Bach spiele ich immer wieder gern.

Zuhause hört mir beim Üben zu: Mein Ehemann, mein Hund und meine Nachbarn

Das fasziniert mich an meinem Beruf: Die Entwicklung meines Schülers. Ich mag die Vorbereitung auf ein Konzert oder Wettbewerb, aber die kleinen alltäglichen Wunder, wenn z.B. jemand seine Hausaufgaben gut gemeistert hat, faszinieren mich ebenso.

Das mag ich an meinem Instrument: Den warmen Klang, welcher der menschlichen Stimme so ähnlich ist.

Dieses Zitat ist mir wichtig: “Wer mit Musik ins Leben startet, bereichert dadurch all seine späteren Tätigkeiten.” – Zoltan Kodaly, ungarischer Komponist und Musikpädagoge

Jonathan Nestler

Instrument: Violoncello

Kommt aus: In Ulm und um Ulm und um Ulm herum

An der MuK: Seit 2011

Weg zur Musikschule Freudenstadt: Solocellist am Collegium Musicum St. Gallen und am Theater Pforzheim. Dann wurde ich “genötigt” meine Leidenschaft für das Unterrichten zu entdecken, da ich mein Masterstudium finanzieren musste 🙂

So kam ich zu meinem Instrument: Habe mit Geige angefangen, das war etwas quietschig.

Mein erstes /  prägendstes musikalisches Erlebnis: Beim ersten bin ich eingeschlafen (Tschaikowski Violinkonzert, ich war 3 oder 4). Die Arbeit mit Hans Erik Deckert war mit Abstand das Prägendste.

Leidenschaft neben der Musik: Golf, Billiard und natürlich meine beiden Kinder bespaßen 🙂

Damit stärke ich mich am liebsten vor dem Spielen: mit etwas Ungesundem

Das fasziniert mich an meinem Beruf: Wenn nach intensiver Ensemblearbeit wirklich alle gemeinsam die Musik erleben, entstehen Momente, die unbeschreibbar sind.

Eine lustige Anekdote aus dem Berufsalltag: Kurz vor einem Konzert in einer Camphill Einrichtung in Südafrika war ich noch auf der Toilette. Neben mir am Waschbecken trank ein junger Mann der Einrichtung etwas Wasser und war dann wohl der Meinung, dass meine Schulter und Hemdkragen ein wesentlich besseres Handtuch seien. Erst war ich etwas perplex, bin dann aber sehr amüsiert mit ihm zusammen nach draußen und mit meinem leicht befleckten Hemd auf die Bühne.

Dieses Zitat ist mir wichtig: “Alles, was nur Geld kostet, ist billig.” – John Steinbeck

Jonathan Sell - Kontrabass 2
Jonathan Sell

Instrument: Kontrabass und E-Bass

Kommt aus: Hof/Saale

An der MuK: Seit November 2018

Weg zur Musikschule Freudenstadt:
“Bachelor of Music” 2015 Kontrabass Musikhochschule Mannheim
“Master of Music” 2017 Kontrabass Musikhochschule Mannheim

So kam ich zu meinem Instrument: Mein Vater spielt auch E-Bass. Mich hat die Kraft und Wärme des Instruments so fasziniert, dass ich das auch ausprobieren wollte.

Mein erstes /  prägendstes musikalisches Erlebnis: Als ich mit 16 Jahren zum ersten Mal “King Crimson – In The Court of the Crimson King” hörte. Diese Musik wollte ich selbst komponieren und spielen.

Weitere musikalische Interessen:
– Jazz, Rock, Funk, Blues…
– Westliche Klassik (v.a. Minimalismus, Romantik, Alte Musik)
– Orientalische Musik (v.a. Indisch, Persisch, Arabisch, Türkisch)
– Komposition & Improvisation
– Filmmusik
und deren interkulturelle und interstilistische Verknüpfung

Größtes musikalisches Vorbild: Miles Davis

Mit diesem Stück fühle ich mich am meisten verbunden: Terry Riley – Anthem of the Trinity

Das mag ich an meinem Instrument: Zitat meines Sohnes: “Bumm, Bumm, Bass!!”

Eine lustige Anekdote aus dem Berufsalltag: Mit dem Kontrabass auf Tour durch Indien. Primäres Transportmittel: Rikscha

Dieses Zitat ist mir wichtig: “My goal is to live the truly religious life, and express it in my music. If you live it, when you play there’s no problem because the music is part of the whole thing. To be a musician is really something. It goes very, very deep. My music is the spiritual expression of what I am – my faith, my knowledge, my being…When you begin to see the possibilities of music, you desire to do something really good for people, to help humanity free itself from its hangups…I want to speak to their souls.” – John Coltrane